Haag:

Impulsgeber

Theatersommer

Projektablauf, kreativwirtschaftliche Aspekte

Die erste Idee zum „Theatersommer Haag“ stammt aus dem Jahr 1998. Kulturvereinsobmann Kurt Reitzinger wollte den Hauptplatz als Spielort für Theater nützen. Es gelang ihm, 12 Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen (Kulturmanagement, Film und Fernsehen, Gastronomie, Stadtmarketing, Politik, Gemeinde, Kulturverein Haag, Technik, Grafik/PR, Kulturvernetzung auf Landesebene, Steuerberater, etc.) auf dieses Ziel einzuschwören. Dieses Projektteam schaffte es innerhalb von 2 Jahren, Finanzierung, Tribüne, Spielplan und Rahmenprogramm sowie eine passende Organisationsform auf die Beine zu stellen.

Glücklicherweise erwies sich bereits die erste Spielsaison als Riesenerfolg: Die mediale Marketingtrommel hatte gewirkt, die fantastischen Kritiken taten ein Übriges: viele Vorstellungen waren ausverkauft. Über die Jahre gelang es dem Theatersommer, ein hohes künstlerisches Niveau zu halten; der Charme des Ortes, die Einzigartigkeit der Tribüne sowie das vielfältige Rahmenprogramm wirkte und wirkt ebenfalls stimulierend auf die Besucherzahlen: mittlerweile zählt der Theatersommer in der Kleinstadt Haag zu den Top 10 der österreichischen Sommertheaterfestivals. Auch in der Gemeinde und der Region genießt das Theaterfestival mittlerweile hohes Ansehen, gemeinsam mit dem Theatersommer begann ein erfolgreicher Modernisierungs- und Bewusstseinsbildungsprozess, der die Kleinstadt Haag nachhaltig stärkt.

Architektur

Der große Coup glückte dem Theatersommer-Team bei der ersten Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Kreativwirtschaft: das Architekturbüro nonconform erdachte eine einzigartige Tribünenkonstruktion, die einem „roten Zauberteppich“ gleich jeden Sommer mitten im Stadtzentrum auf- und abgebaut wird und mittlerweile als „Wahrzeichen“ des Theatersommers Haag gilt. Das Bauwerk wurde mit großem Interesse von verschiedensten Architektur-Medien rezipiert und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. wurde die Tribüne 2003 im Zuge der internationalen Theaterarchitektur-Ausstellung (Pinothek der Moderne) als eine der 40 bedeutendsten und experimentellsten Theaterbauwerke der Welt - von der Antike bis zur Gegenwart - ausgestellt.

Visuelle Gestaltung, Grafik, Fotografie

Der Theatersommer achtete vom ersten Förderungsantrag an auf sein visuelles Erscheinungsbild. Logo, Plakat, Website, Programmheft und alle Drucksorten wurden nach einheitlichem Corporate Design gestaltet. Dieses änderte sich allerdings im Laufe der Jahre immer wieder, jeder Intendant hatte andere Vorstellungen, die er mit „seinen“ jeweiligen professionellen Kreativen verwirklichte. Gemeinsam ist ihnen die Wichtigkeit, die sie dem visuellen Werbeauftritt beimessen. 

Lichtdesign, Kostüme, Bühnenbild

Die Bereiche Mode und Design aus der Kreativwirtschaft finden im Theater ihren künstlerischen Gegenpart in Lichtdesign, Kostüm, Bühnenbild und Maske. Diese Positionen wurden mit jeder neuen Produktion, jedem neuen Stück neu besetzt – in Abhängigkeit von den Erfordernissen der Inszenierung. Da der Theatersommer Haag von Beginn an als professionelles Sommertheater geführt wurde, vertraute man speziell in diesen Bereichen ebenfalls auf Profis, was sich als erfolgreiche Taktik erwies.